Dienstag, 3. August 2010

Penis als Peergroup und Clint Eastwood als Vaterersatz

Eine Peergroup ist in der Soziologie eine Gruppe von Gleichgestellten.

Wann immer wir Eigenschaften mit anderen Menschen in hohem Maße teilen werden wir Teil dieser Peergroup. Die größten Peergroups sind meiner Meinung nach die Geschlechter. Mario Barth, der Marlboro Mann und Sex and the City zeigen wie sehr wir uns über die unglaubliche Errungenschaft eines Zweitchromosoms freuen.
Warum eigentlich?
Jetzt wirds haarig diese Geschichte zusammen zu basteln. Ich muss Freud, Verhaltensforschung und einen Pärrchengeburtstag zusammenbasteln. 

Also, wir nehmen einen Geburtstag vor wenigen Monaten. Ich betrete das Geschehen und meine Freundin schwirrt aus zu Ihrer Stöckelschuhkompanie sodass ich als Kriegswaise im Feindesland zurückgelassen werde.

Jetzt geschieht etwas merkwürdiges. Als ob Sie es riechen könnten bewegen die Männchen sich langsam auf mich zu. Antesten ob Freund oder Feind. Ob ich auch zur Herde passe.

Es beginnt ein Satz der sich auf Frauen bezieht. Eine nervige Eigenart von Ihnen. So simpel wie möglich gestaltet. In schlimmen Fällen kann das Niveau bis auf "Weiber, immer nur quatschen wa ? " runtergehen. 

Dieser Satz. Gerne würde ich den Primaten-Zweig darauf hinweisen dass er es evolutionstechnisch mir zu Verdanken hat nicht mehr Steinwerkzeuge benutzen zu müssen aber verkneife mir dies auch in Hinsicht auf meine Freundin und lächele nickend. Zu einem Zusatzkommentar welcher durchaus erwünscht wäre kann ich mich jedoch nicht herablassen. 

Ich muss den anderen Männchen signalisieren dass ich Ihre Regeln kenne und mich diesen Füge. Alle Tabus, alle Moral hat sich historisch gebildet. Damit eine Gesellschaft funktionieren kann. Um es simpel auszudrücken. Wenn ich die Freundin vom Gastgeber vergewaltige ist die Laune auf der Party vermutlich im Eimer. 
Dieses Beispiel stammt jetzt nicht direkt von Freud aber trifft es im Grunde ganz gut. 

Also gebe ich mich als einer von Ihnen zu erkennen. Grunze, haue auf Schultern und heuchele Kenntnisse über Autos. (Gutes Thema "Automatik oder Gangschaltung - da kann jeder Idiot etwas dazu sagen).

Wenn wir über Filme reden bringe ich Namen wie Clint Eastwood ein. Dem Idol.

Warum sich eine solche Gruppe entwickelt ist mir klar! Aber warum feiert Sie sich so sehr. Warum müssen wir ständig und überall darauf aufmerksam machen Männer zu sein und allen zeigen wie toll es ist einen Penis zu haben.

Ich kann es nicht aus erster Hand sagen! Dazu bin ich zu jung. Aber wenn ich so den Erzählungen meiner Großeltern lausche klingt es für mich so als ob dies vor 2 Generationen nicht nötig gewesen sei. Klar Männer wurden zu Rudeln. Aber die Identität war abgegrenzt. Primär durch Stumpfsinn, Ignoranz, die Outfits der Schützenvereine und der finanziellen Abhängigkeit der Frau. 

Heute ist dies nicht mehr so und es scheint als wolle Mario Barth lauthals für den Rest der Männerwelt schreien "Hey wir sind noch hier, wir haben eine Identität, sind anders und Ihr braucht uns".

Und dabei verkennt er, und all der DNA-Abfall der klatschend zustimmt für seine 37 Euro Sitzplatz, dass Sie genau dadurch beweisen kein Mann zu sein. 

Es gibt Völker in Afrika in denen die Erziehung reine Frauensache ist. Nicht so wie in Deutschland 1962. Die Kinder dort haben so gut wie keinen Kontakt zu Männern. Bis Sie ein bestimmtes Alter erreicht haben und rituell zum Mann gemacht werden. Auf einem solchen Ritual werden dann die Erzählungen weitergegeben. Der Mann wird über seine Pflichten und seine Rechte aufgeklärt. Und hat danach einen festen Platz in der Gesellschaft. 

Natürlich ist das veraltet. Aber eines haben uns diese Völker voraus. Sie geben eine Antwort auf die Frage die einen jungen Mann quälen. In einer Gesellschaft in welcher ein Großteil der Bevölkerung ohne Vater oder mit Vätern aufwächst die es als Herausforderung ansehen mal ein eigenes Sushi zu machen brauchen wir auch mal eine Antwort auf die Frage:

" Was nun? Was ist mein Job als Mann?"

Schön wäre ein kleines Handout zum 18. Geburtstag das rundrum geschickt wird. Sie haben einen Hodensack? Hier finden Sie Ihre F.A.Q.!

Gibs aber nicht. Und deswegen bilden wir Gruppen. Selbsthilfegruppen. Wir reden über Autos und Werkzeug um uns subtil in den Hintern zu treten zu lernen mit sowas umzugehen. Denn dieses Können wird erwartet. Wir machen auf hart um härter zu werden. Denn auch das wird von uns erwartet. 

Vielleicht würde es uns helfen ein Vorbild zu haben. Jemanden der uns ein paar Grundlegende Dinge beibringt. 
So jemand wie Clint Eastwood. Man kann viele Vorurteile gegen jemanden haben der in seinem Regiedebüt einen Lacher in eine Vergewaltigungszene einbaut aber er gibt ein paar Regeln raus die uns heute fehlen. 

Es sind simple Sätze wie "Rede stets ruhig und taktvoll". Aber am wichtigsten Finde ich "Wenn man eine Entscheidung getroffen hat muss man den Job auch erledigen. Eine Menge Leute zählen auf einen."

Es sind die kleinen Dinge. Und wenn man sicher ist wer man selber ist kann man vielleicht auch mal erzählen dass man bei "Die Brücken am Fluss" eine Träne verdrückt hat. Auch das gehört dazu. 

So, ich breche hier mal ab. Das wird zu ernst. Und mir fliehen sonst die Leser weg. 





2 Kommentare:

  1. Du kritisierst viel. Aber ich erkenne keinerlei Versuche die Situation auf intelligentere und intellektuellere Weise zu lösen und zu klären. Vielleicht ist der Mann an sich dazu prädestiniert ein sabberndes Monstrum zu sein, welches ein Weltbild der Größe eines Gurkenglases hat!?

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  2. Naja entschuldige Mal. Was ist denn dies für ein Männerbild?

    Und Instinktgesteuert sind wir nun mal alle. Ob Mann oder Frau.

    Ich sehe mich aber nicht unbeding als sabberndes Monstrum mit dem Weltbild eines Gurkenglases.

    Und die Lösung wären männliche Vorbilder, Väter bestenfalls. So zumindest meine Meinung.

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